Donnerstag, 27. März 2008

Lernen (3): Ein Papagei löst "Menschenaufgaben"

Bildquelle: Pixelio Thomas Max Müller
Tierisches Können: Der rätselhafte Papagei"Ten, eine sechsjährige Ara-Dame, bringt die Besucher eines Botanischen Gartens in Tokio zur Verzweiflung. Sie löst ein Puzzle schneller als die Menschen."

Es geht um ein motorisches Puzzle aus Metallringen, welche scheinbar untrennbar miteinander verbunden sind. Die Menschen brauchen ca. eine Stunde, bis sie die Ringe erfolgreich getrennt haben. Die Ara-Dame hatte das notwendige Interesse damit zu spielen und schaffte die Trennung der Ringe wohl nach einigen Tagen. Im Video wird gezeigt, wie sie nun in den Wettstreit mit den verblüfften Erwachsenen geht. Bildquelle: Pixelio fotofun4you

Aras sind bekannt für ihre hervorragenden feinmotorischen Fertigkeiten, welche
auch in diesem Experiment gebraucht werden. Aras schaffen im gelungenen Wechselspiel zwischen ihren Krallen, Schnabel und Zunge, Nüsse zu knacken und die Einzelteile herauszuholen.

Das Metallpuzzle lässt sich über Versuch und Irrtum lösen. So machen es die Menschen, so machte es der Ara. Entsprechend seiner geringeren geistigen Fähigkeiten brauchte er mehrere Tage um das Puzzle-Rätsel zu lösen, der Mensch schafft es in einem Bruchteil der Zeit. Verblüffend an diesem "Experiment" oder "Spiel" ist die Fähigkeit der Ara-Dame, dass sie dank eines "Langzeit-Gedächtnisses" ihre Fertigkeit nun immer wieder vorführen kann und dass es sich dabei um eine Aktivität handelt, woran normalerweise Aras kein Interesse haben.



Lernpsychologisch gesehen, ist mit diesem Versuch nichts Neues bewiesen. Tiere, auch sehr kleine, können etwas lernen und behalten. Was man hier gut erkennen kann, ist dass auch Tiere nicht "nur" instinktgeleitet handeln, sondern neben wichtigen überlebensnotwendigen Fähigkeiten auch völlig Nutzloses lernen können.

Sie können sich Dinge nicht nur kurz merken (Kurzzeitgedächtnis), sondern sie haben ebenso wie Menschen die Fähigkeit etwas längerfristig zu behalten (Langzeitgedächtnis).

Lernpsychologisch gesehen handelt es sich um einen operanten Konditionierungsvorgang. Was dies genau ist, werde ich in einem weiteren Posting erklären.

Mein Dank gilt hier Christian Reinboth, denn sein Email-Tipp sorgte für diesen Eintrag. Er ist bei den deutschen Scienceblogs im wahrsten Sinne des Wortes für den "Frischen Wind" verantwortlich ;-)

Kommentare:

Travis hat gesagt…

Sehr schöner Blog !

Monika Armand hat gesagt…

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. So macht es mir gleich doppelt Spass weiter zu machen ;-)