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Sonntag, 25. Oktober 2009

Coaching statt Nachhilfe - eine neue "Lern-Wundermethode"?

Unter der Rubrik „Praxistipps von Trainern und Beratern" ist im Gehirn und Geist Magazin 09/2009 ein Beitrag zum Thema : „Richtig fördern: Coaching statt Nachhilfe" erschienen. Zwei Leserbriefe vermelden ihr „Entsetzen" und üben heftige Kritik an der fehlenden wissenschaftlichen Grundlage des Beitrages. Sie werfen den Autoren Dilettantismus und Unwissenschaftlichkeit vor. Zu Recht, wie ich meine. Herr Christiani antwortet dazu:

"Wenn deutsche Bildungstheoretiker zur Feder greifen, wird es spannend: Sie plaudern über Prozesse, die sie nicht kennen, bezweifeln Ergebnisse, die ihnen nicht vorliegen und bestärken sich gegenseitig in Theorien, nach denen effektives Lernen sowieso nicht funktionieren kann." ...(weiter im Beitrag unten)

(weiter)

Donnerstag, 27. März 2008

Lernen (3): Ein Papagei löst "Menschenaufgaben"

Bildquelle: Pixelio Thomas Max Müller
Tierisches Können: Der rätselhafte Papagei"Ten, eine sechsjährige Ara-Dame, bringt die Besucher eines Botanischen Gartens in Tokio zur Verzweiflung. Sie löst ein Puzzle schneller als die Menschen."

Es geht um ein motorisches Puzzle aus Metallringen, welche scheinbar untrennbar miteinander verbunden sind. Die Menschen brauchen ca. eine Stunde, bis sie die Ringe erfolgreich getrennt haben. Die Ara-Dame hatte das notwendige Interesse damit zu spielen und schaffte die Trennung der Ringe wohl nach einigen Tagen. Im Video wird gezeigt, wie sie nun in den Wettstreit mit den verblüfften Erwachsenen geht. Bildquelle: Pixelio fotofun4you

Aras sind bekannt für ihre hervorragenden feinmotorischen Fertigkeiten, welche
auch in diesem Experiment gebraucht werden. Aras schaffen im gelungenen Wechselspiel zwischen ihren Krallen, Schnabel und Zunge, Nüsse zu knacken und die Einzelteile herauszuholen.

Das Metallpuzzle lässt sich über Versuch und Irrtum lösen. So machen es die Menschen, so machte es der Ara. Entsprechend seiner geringeren geistigen Fähigkeiten brauchte er mehrere Tage um das Puzzle-Rätsel zu lösen, der Mensch schafft es in einem Bruchteil der Zeit. Verblüffend an diesem "Experiment" oder "Spiel" ist die Fähigkeit der Ara-Dame, dass sie dank eines "Langzeit-Gedächtnisses" ihre Fertigkeit nun immer wieder vorführen kann und dass es sich dabei um eine Aktivität handelt, woran normalerweise Aras kein Interesse haben.



Lernpsychologisch gesehen, ist mit diesem Versuch nichts Neues bewiesen. Tiere, auch sehr kleine, können etwas lernen und behalten. Was man hier gut erkennen kann, ist dass auch Tiere nicht "nur" instinktgeleitet handeln, sondern neben wichtigen überlebensnotwendigen Fähigkeiten auch völlig Nutzloses lernen können.

Sie können sich Dinge nicht nur kurz merken (Kurzzeitgedächtnis), sondern sie haben ebenso wie Menschen die Fähigkeit etwas längerfristig zu behalten (Langzeitgedächtnis).

Lernpsychologisch gesehen handelt es sich um einen operanten Konditionierungsvorgang. Was dies genau ist, werde ich in einem weiteren Posting erklären.

Mein Dank gilt hier Christian Reinboth, denn sein Email-Tipp sorgte für diesen Eintrag. Er ist bei den deutschen Scienceblogs im wahrsten Sinne des Wortes für den "Frischen Wind" verantwortlich ;-)

Mittwoch, 26. März 2008

Lernen (1) - nicht nur Menschen können "denken" .....

In nächster Zeit werde ich an dieser Stelle darüber berichten, wie der Mensch und das Tier lernt. Wie erklärt die Psychologie "Lernen", auf welche Weise geht "Lernen" und "Denken" vor sich? Welche Lernfähigkeiten besitzen Tiere und Menschen?

Viele Lernprozesse wurden zunächst in Tierversuchen untersucht. Mit Tieren konnte man experimentieren, ohne in moralisch-ethische Schwierigkeiten zu kommen. Angefangen hat die streng empirische Lernforschung (=Behaviorismus) vor ca. 100 Jahren mit Experimenten, welche das Lernen mit Hilfe von Belohnungen (=z.B.Futter) oder in der Kombination Belohnung und Bestrafungen (=Schmerzreize)untersuchten. Um das Tier mit Futter zu belohnen, musste es hungrig sein.

Im folgenden Beispiel ist eine hungrige Taube zu sehen und ihr Futter hängt in einer für die Taube unerreichbaren Höhe. Ein Holzklotz könnte Abhilfe schaffen..... Aber ist die Taube so clever, dass sie den Klotz zur Hilfe nehmen kann?
  • Beobachten Sie die Taube, wie dies einst die ersten Lernforscher Thorndike, Pavlov, Watson und Skinner taten.
  • Wann kommt der Taube der "Gedanke" dass sie den Klotz als Werkzeug nutzt? Sehen Sie selbst:




Wann hatte die Taube ihren "Gedankenblitz"? Sind Sie erstaunt, dass ein so kleines Tierchen mit einem Gehirn in der Größe einer großen Perle so viel zu leisten vermag?
Was meinen Sie?